Wenn man älter wird

Wie fühlt man sich, wenn man wieder ein Jahr seines Lebens geschafft hat?

Ich fühle mich genau so wie vorher.

Dennoch ist dies immer ein netter Anlass die Familie an einen Tisch zu setzen und wenn ihr dann noch der Kuchen mundet (für den man einen Tag vorher mit wahrhaftig blutenden Fingern in der Küche gestanden hat sowie einem regelrechten Anfall nahe war, weil aus einem Kuchen plötzlich Brot wurde), fühlt sich das doch schön an.

Freunde, die einem nahe stehen, kommen zusammen, unterhalten sich miteinander und lernen sich gegenseitig besser kennen.

Großeltern, die gar nicht glauben können, wie alt man nun tatsächlich geworden ist, weil es ihnen wie gestern vorkommt, dass man als kleiner Dötz bei ihnen durch die Wohnung trappelte.

Unterm Strich kann ich sagen, dass ich mich bisher immer guter Gesundheit erfreuen durfte und viele Aufgaben gemeistert habe und auch aus den schlechten Erfahrungen etwas lernen konnte.

Mögen noch viele weitere Jahre folgen.

4.11.13 12:31, kommentieren

Auf den Kürbis, fertig, los!

Happy Halloween!

Wie letztes Jahr war gestern großes Kürbisschnitzen beim Monster (das ist mein bester Freund).

Man muss schon zugeben, dass es eine Höllenarbeit ist, daher habe ich mich dieses mal für einen kleinen Kürbis entschieden, wohingegen Monster wieder zwei nehmen musste (seine Hände und Arme habe es ihm später gedankt....).

Auch wenn das Ausschaben anstrengend, die Fratzen anspruchsvoll und schlussendlich ein wenig anders aussahen als erwünscht, hat es doch Mordsspaß gemacht.

Immer wieder gerne.

Mein Kürbisgesicht sitzt bereits vor dem Fenster und wartet auf den Einbruch der Dunkelheit.

Dann wird er hell erleuchtet sein und die guten Geister nach Hause führen sowie die bösen abschrecken.

Ich wünsche allen Hexen, Gespenstern, Mumien, Skeletten, Vampiren, Werwölfen und was ihr sonst noch heute sein möget eine wundervolle Nacht des Grauen.

Und denen, die dem alten Glauben angehören, wünsche ich ein frohes neues Jahr!

31.10.13 09:49, kommentieren

Über Steine und Pechvögel

Einst schrieb mir eine Internetbekanntschaft in einer Zeit, die für uns beide nicht leicht war: "Bei unserem Glück werden wir nach diesem Leben als Steine wiedergeboren. Und ich wette, selbst dann werden wir uns noch beschweren und uns Gedanken darüber machen, weshalb die Steine neben uns mit Moos bedeckt sind und wir nicht."

Nach einem etwas längerem Tief bin ich schlussendlich auf einer Bergspitze angekommen und mein Leben wies wieder positive Seiten sowie Erfolge auf.

Er allerdings schaufelte sich ein immer tiefer werdendes Loch und in diesem sitzt er heute noch.

Obwohl eine längere Funkstille zwischen uns herrschte, sucht er seit einigen Wochen wieder den Kontakt zu mir.

Er geht viel auf meine aktuelle Situation ein, aber im Grunde genommen weiß ich, dass es ihm einfach scheiße geht und er jemanden zum Reden braucht.

Er singt noch immer das selbe Lied.

Und schon damals habe ich versucht zu helfen, meine Meinung gesagt und Ratschläge erteilt.

Am Ende kommt es aber auf ihn selbst an, dies scheint er zu begreifen, aber er kann es einfach nicht umsetzen.

Ich weiß nicht, was ich da noch tun kann. Ich antworte ihm, aber nicht mehr in dem Umfang wie früher, weil mich seine depressive Haltung oftmals selbst einfach runterzieht und schlechte Laune verbreitet.

Bin ich deswegen eine schlechte Bekannte?

Persönlich kenne ich ihn nicht, muss ich mich dann in einem weiteren Umfang von seinen Problemen belasten lassen?

Mehr als meine Meinung sagen kann ich doch nicht.

Momentan mache ich mir da einfach Gedanken drum, weil ich bisher einem Telefonat sehr aus dem Weg gehe und auf seine SMS nicht immer direkt antworte.

Andererseits möchte ich da sein, wenn jemand meine Hilfe braucht.

Ich hasse es im Zwiespalt zu sein...

 

25.10.13 17:30, kommentieren

Geister, die keine sind?

Gestern hatte ich spontan Lust mal wieder über einen Flohmarkt zu gehen.

Ich liebe es mir alte Dinge anzusehen, die andere Menschen verkaufen, weil ich mich dann immer frage, welche Wege die Gegenstände gegangen sind und durch welche Hände sie berührt wurden.

Ich mag Filme und Geschichten, wo Menschen magisch zu einem Stand auf dem Flohmarkt angezogen werden und dann eine verwunschene Truhe oder eine verhexte Puppe mit nach Hause nehmen.

Gestern geschah es, dass ich etwas ähnliches erlebte.

Als ich durch die letzte Gasse des Flohmarkts schlenderte und überlegte, ob ich mir die Herr der Ringe Hörspiel Kassetten, die ich an einem Stand entdeckt hatte, kaufen sollte oder nicht, fiel mir plötzlich aus den Augenwinkeln ein Bild auf.

Es war ein Kunstdruck auf Holz und zeigte ein blondes, junges Mädchen, aus dessen tief traurigen Augen dicke, runde Tränen kullerten.

Völlig perplex ging ich zu dem Stand, denn das Bild rief eine Erinnerung in mir wach und als ich näher kam, sah ich den Schriftzug in der rechten oberen Ecke. Es war tatsächlich ein Bild der weinenden Kinder von Giovanni Bragolin.

Vor einigen Jahren habe ich mich sehr für Geisterfotografien etc. interessiert und bin dabei im Internet auf die Bilder von Bragolin gestoßen, die mich damals schon sehr fasziniert haben.

Jedenfalls sagt man diesen Bildern nach, sie würden ihrem Besitzer das Ünglück ins Hause bringen.

Ich fragte die Frau an dem Stand: "Wie viel soll dieses Bild denn kosten?" Sie kam zu mir herüber, nickte lächelnd und antwortete: "Einen Euro."  

Ich musste dieses Bild haben. Das war mir sofort bewusst. Die Situation fühlte sich so an, als wäre dieses Bild für mich bestimmt.

Stefan, mein Freund, der sonst alles für ziemlichen Hokuspokus hält, verdrehte die Augen und meinte: "Ist klar, dass du das wieder haben willst. Wie kann man nur scharf darauf sein ein verfluchtes Bild zu kaufen?"

Ich kaufte es. Die Frau sagte noch freundlich, dass ich sehr lieb mit dem Bild umgehen solle, denn es wäre etwas ganz besonderes.

Daraufhin erwiderte ich, dass mir diese Bilder bekannt wären, ich sie im Internet gesehen habe und nun doch erstaunt darüber bin, es hier gesehen zu haben. Sie schaute mich völlig verwirrt an und meinte, dass sie davon gar nichts wissen würde und generell einfach auf derartige Motive steht, aber nie weitere gefunden hätte.

Nun ja....bei Ebay gibt es noch diverse Artprints und sogar original Ölgemälde, wenn man das Geld locker in der Tasche sitzen hat.

Ob sie tatsächlich nichts von den Spukgeschichten über diese Bilder wusste, weiß ich nicht.

Ich weiß nur, dass es seit heute Morgen in meinem Zimmer hängt und noch nichts schlimmes passiert ist.

Genauer kann ich mich nur noch an eine Geschichte über einen Jungen erinnern, der sich ein T-Shirt mit einem Bild der weinenden Kinder kaufte. Das Pech folgte ihm überall hin. Es verschwand erst, nachdem er das Shirt los wurde.

Andere Geschichten erzählen von mysteriösen Bränden.

Tatsache oder Märchen?

Ich werde es wohl herausfinden.

Persönlich habe ich das Gefühl, dass mir das Bild viel Freude bereiten wird. Ich finde es wirklich außergewöhnlich schön.

Ich glaube, dass es Magie gibt, lege viel Wert auf alte Weisheiten und interessiere mich auch sehr für einige Gebiete der Esoterik sowie Aberglaube, aber bin davon überzeugt, dass derjenige verflucht ist, der glaubt verflucht zu sein.

Nun heißt es Tee trinken und abwarten, ob das Unglück denn tatsächlich mit der Tür ins Haus fällt. 

Sollte es so sein, werde ich berichten. :D

 

21.10.13 23:55, kommentieren